#2 Blut&Rausch – Klingt irgendwie wild! Mein Werdegang

Ich bin Laura und in diesem Blogbeitrag möchte ich euch von meinem beruflichen Werdegang berichten. Bei Blut&Rausch rede ich über Gesundheitsthemen, die vielen Menschen nicht ganz so leicht von der Hand gehen, die aber meiner Meinung nach ganz bedeutend für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sind. Frauen-/Zyklusgesundheit und Suchtprävention sind meine Schwerpunktthemen. Doch diese etwas zufällig erscheinende Kombi hat ihre Entstehungsgeschichte. Sie ist die Summe eines vielseitigen Bildungs- und Berufsweges, den ich hier gerne mit dir teile.

"Wird aus Laura noch etwas?" (zit. Die Oma)

Das sind die Fragen, die wir alle lieben, wenn wir ein wenig lost sind. Aber wer kann es ihr verübeln, die gleiche Frage habe ich mir in meinen frühen Zwanzigern auch regelmäßig gestellt. Denn ich gehöre definitiv nicht zu den Menschen, die ab ihrem vierten Lebensjahr wussten, womit sie gerne für den Rest ihres Lebens ihr Geld verdienen möchten. Nachdem ursprünglich Busfahrerin hoch im Kurs stand, setzte sich schließlich der Einfluss der nachmittäglichen Ärzteserien durch, und ich entschied: Irgendwas mit Gesundheit soll es werden.

Mein Schülerpraktikum im Krankenhaus, in dem es zwei Wochen lang hieß „Boden wischen!“, war jedoch nicht sonderlich erhellend. Entscheidend für meine berufliche Entwicklung war eher mein Freiwilliges Soziales Jahr an der Charité Berlin. Ab da stand fest: Ich will mit anderen Menschen über Gesundheit sprechen. Das folgende Studium der Gesundheit und Pflege auf Berufsschullehramt an der TU Dresden brachte mir leider auch nicht die gewünschte Erfüllung, dafür aber viel nützliches Hintergrundwissen. Anatomie und Physiologie standen damals auf dem Lehrplan, aber auch die Frage danach, wie die Inhalte an unterschiedliche Zielgruppen vermittelt werden können.

Da ich mir im Verlauf des Studiums immer weniger vorstellen konnte, im Schulsystem unterzukommen, brach ich das Studium nach zweieinhalb Jahren ab. Meine sich anschließende Sinneskrise verbrachte ich in Südamerika. Kein schlechter Umweg. Danach ging der neue Studiengang dann auch leichter von der Hand. Im Studium der Sozialen Arbeit hatte ich die Möglichkeit, tiefergehende Fragen zum Thema Gesundheit und Gesellschaft zu stellen, und war ab diesem Zeitpunkt endlich zufrieden mit meiner Wahl

Was mich einfach nicht mehr loslässt - Sexualpädagogik und Suchtprävention

Wie in dem Studiengang der Sozialen Arbeit üblich, füllte ich meine Zeit mit zu meinen Interessen und den Seminarinhalten passenden Nebenjobs und Ehrenämtern. Im Deutschen Hygienemuseum Dresden arbeitete ich über Jahre hinweg als Sexualpädagogin mit dem Schwerpunkt Pubertät und Sexualität. Bei der (apo)THEKE Dresden – Fachstelle für Suchtprävention hatte ich ein Ehrenamt im Bereich der akzeptierenden Drogenarbeit inne. Außerdem begann ich zu dieser Zeit, Workshops zum Thema antisexistische Awarenessarbeit, Antidiskriminierung und Gleichberechtigung sowie Gewaltprävention zu halten. In diesen Jahren von 2015–2019 habe ich den Drive kennengelernt, den man erlebt, wenn man thematisch wirklich Feuer fängt. Beruflich betrachtet eine extrem schöne Zeit.

Erste Jobs und Corona-Langeweile-Überkompensation

Irgendwann endet aber jede Phase, und wie das meistens so ist, musste nach dem Studium ein stabiler Job her. Ebenso wie in meinen Studienpraktika richtete ich meine ersten Berufsjahre an den Themen Autismus-Spektrum-Störung sowie psychische Erkrankungen aus. Die sexualpädagogische Perspektive blieb dabei ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit, insbesondere im Hinblick auf Beziehungsgestaltung und Sexualität von Menschen mit Behinderungen. Oder auch später, in meinem sich anschließenden Job in der Kinder- und Familienarbeit. Aus gegebenen Anlässen befasste ich mich in dieser Zeit sehr stark mit der Prävention von sexualisierter Gewalt (digital und analog) sowie der Stärkung junger Frauen in ihren ersten Beziehungserfahrungen.

Ab 2021 studierte ich nebenberuflich im Master Sozialpädagogik. Und während der Coronapandemie war die Langeweile so groß, dass ich sogar noch eine einjährige Ausbildung zur systemischen Coach obendrauf packte. Das war dann wirklich etwas drüber. Job, Studium und Ausbildung gleichzeitig würde ich so wirklich niemandem empfehlen. Unfassbar viel gelernt habe ich trotzdem in dieser Zeit.

Pünktlich nach der intensiven Phase der Corona-Pandemie schloss sich 2023 dann für mich der Kreis zurück zur Fachstelle Suchtprävention. Von 2023 bis Ende 2025 beschäftigte ich mich hauptberuflich mit dem Thema Suchtprävention. Nach einem sechsmonatigen Sabbatical unterstützte ich bis 2026 den Aufbau eines Suchtpräventionsangebotes im ländlichen Raum.

Und heute: Gesundheitsprävention from the heart <3

Heute bin ich sehr froh, dass ich mich als freiberufliche Workshopleiterin, Bildungsreferentin, Beraterin und systemische Coach ganz auf die beiden Schwerpunkte konzentrieren kann, die mich am meisten interessieren. Frauen-/Zyklusgesundheit und Suchtprävention haben mich in all den Jahren nicht losgelassen. Ich wünsche mir, dass wir es als Gesellschaft hinbekommen, für weniger Ausschluss und mehr Gleichberechtigung (in der gesundheitlichen Versorgung) zu sorgen. Und an diesem Prozess werde ich mich auf jeden Fall beteiligen.

Lass uns ins Gespräch kommen

Wie ist es mit dir? Welche (gesundheitlich relevanten) Themen lassen dich nicht los? Schreib mir gerne, und lass uns in den Austausch kommen.

Liebst,
Laura von Blut&Rausch